Günstige Zeiten: Die Niedrigzinsphase als Chance nutzen

Die Meldungen bleiben unverändert. Weiter sparen die Deutschen sich zu Tode. Wir bunkern das Vermögen auf Tagesgeld sowie Girokonten, ja sogar auf dem Sparbuch, welches längst ausgedient hat. Nicht nur dass es niedrigere Zinsen bietet, sondern unflexibel im Gegensatz zum Tagesgeld ist. Doch obwohl seit März 2016 der Leitzins bei Null Prozent liegt, wird an dem konventionellen Sparkurs rigoros festgehalten.

Vorurteile gegenüber der Börse

Vielen schwebt noch immer die Dotcom-Blase vor den Augen oder zumindest die Finanzkrise 2008/2009. Doch halten wir fest: nicht „die Börse“ ist schuld an diesen Desastern gewesen, sondern vor allem bei ersterem Ereignis zu einem großen Teil der Privatanleger selbst. Als kurz vor dem neuen Jahrtausend die Kurse in die Höhe schossen, Banken gar nicht mehr mit den Anträgen auf Neuemissionen hinterher kamen und neue Unternehmen aus dem Boden schossen, sprangen viele auf den Euphoriezug auf, in der Hoffnung, einen Teil des Kuchens abzubekommen.

Viele liefen der begeisternden Herde hinterher, ohne jedoch zu hinterfragen, was sie da eigentlich kauften. Die Telekomaktie wurde zur Volksaktie, doch wie viele Menschen haben sie gekauft, ohne erklären zu können, was eine Aktie überhaupt ist. Genau dieser Umstand wurde auch 2008/2009 vielen Anlegern zum Verhängnis, mit dem Unterschied, dass es sich nicht um Aktien, sondern vor allem um Zertifikate handelte. Es wurden Verträge unterschrieben, deren Inhalt nicht verstanden wurde. Damit wurde eine Grundregel an der Börse gebrochen.


Quelle: YouTube-Kanal DHBW Stuttgart

Dividenden statt Zinsen

Regelmäßige Kapitaleinkünfte sind nicht nur durch Zinsen möglich, sondern auch durch Dividenden, dem Teil des Gewinns, den das Unternehmen an die Aktionäre ausschüttet. Die Dividendenrenditen sind häufig wesentlich höher als Zinsen auf Tages- oder Festgeld. Doch wie an solche Dividenden kommen? Eine Möglichkeit besteht in Aktien. Einige Banken liefern per Suchmaschine die wichtigsten Informationen zu einzelnen Unternehmensaktien, von der Kurshistorie, über die Streuung des Aktienvolumens bis hin zu der Beschreibung des Unternehmens. Vor allem für Anfänger auf dem Gebiet der Börse eignen sich Blue Chips, also Unternehmen, die sich seit Jahren in der jeweiligen Branche behaupten. Dazu gehören BMW, McDonalds, Alphabet oder Amazon.

Streuung des Risikos

Neben Einzelaktien gibt es die Möglichkeit von Fonds. Deren Idee ist einfach, aber sehr effektiv. Gelder von vielen Anlegern werden eingesammelt und damit verschiedenste Wertpapiere gekauft. Dadurch wird das Risiko eines (Total-)Verlusts gestreut und reduziert. Fonds verfolgen unterschiedliche Strategien. JustETF bietet einen Überblick über viele ETFs. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds. Durch passende Suchoptionen findet der Anleger den für ihn möglichst idealen Fonds mit geringen Gebühren. Neben der Dividenden – und Indexstrategie sowie branchenspezifischen Fonds gibt es noch die Möglichkeit, sich auf kleinere oder größere Unternehmen zu konzentrieren oder aber eine bestimmte Region in den Fokus zu nehmen.

Alternativen über Alternativen

Fonds und Aktien sind natürlich nicht die einzigen Alternativen zu den konventionellen Anlageformen. Anleihen sollten ebenso wenig vergessen werden wie auch Immobilien und Rohstoffe. Je breiter sich der Anleger aufstellt, desto tendenziell geringer fällt das Risiko aus. Der Anleihenfinder von Börse Frankfurt ermöglicht die Suche nach Anleihen, differenziert nach der Art, Laufzeit oder der Zinshöhe. Ganz zu schweigen von neueren Trends wie Social Trading oder den P2P Krediten. Sie bieten Chancen, wie erhöhte Rendite, aber auch Risiken, etwa Kreditausfall oder bei Social Trading das blinde Nachlaufen von Trends.

Welche Anlagestrategie passt am besten?

Die Antwort hängt von dem Typus des Anlegers ab. Wie alt ist er, hat er eine Familie zu versorgen? Wie risikobereit ist er, kennt er sich mit exotischeren Produkten aus, hatte er schon Erfahrung damit? Wie lang ist der Anlagehorizont und wie viel Kapital steht zur Verfügung? Sind Schulden abzubezahlen? Und vieles mehr. Unter der Website hier bietet die Deutsche Bank einen Investmentfinder an, mittels dem der Anleger ein Gespür entwickeln kann, welche Finanzprodukte für ihn eher geeignet sind. Wichtig ist, dass die Produkte, in die investiert wird, verstanden werden und alle notwendigen Informationen darüber bekannt sind.

Fazit

Die Finanzwelt dreht sich weiter und verändert sich auch in diesen Zeiten. Nicht nur in Sachsen werden etwa Sparkassenfilialen geschlossen, um den niedrigen Einnahmen durch geringe Kreditzinsen entgegenzutreten. Möchte der Anleger nicht in eine finanzielle Schieflage, wie der lokale Verein Chemnitzer FC leider erfahren muss, geraten, tut er gut daran, über einen Haushaltsplan seinen Finanzstatus zu überprüfen und darauf basierend zu entscheiden, wie er in Zukunft wirtschaftlich haushalten und in den Finanzmarkt investieren möchte.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastartikel der Deutschen Bank