Hugo Chavez – Mehr als ein Revolutionär

Der Venezuelaner Hugo Rafael Chavez Frias – auch gerne als „Comandante Supremo de la Revolución Bolivariana“ beschrieben – wurde im Jahre 1954 in Sabaneta geboren. Er verstarb in Caracas im März des Jahres 2013. Weltweit bekannt wurde er durch seine Funktion als Staatspräsident von Venezuela. Dieses Amt führte er von 1999 bis ins Jahr 2013 aus. Ihm gelang es, als einer der wenigen Präsidenten des Landes gleich dreimal in Folge wieder als Staatspräsident gewählt zu werden.

Der charismatische Staatspräsident

Wie jeder bekannte Politiker hatte auch Hugo Chavez einige charismatische Züge an sich. So errang er durch seinen persönlichen Charakter, seine eigenständige Politik, seinen sehr autorisierten Führungsstil und seine enorm starken Auftritte gegenüber den Medien weltweite Aufmerksamkeit. Jedoch gab es auch einige Punkte während seiner Amtszeit, für die er sehr kritisiert wurde. So wurde ihm unterstellt, nicht genug für die Wirtschaft Venezuelas getan zu haben. Darüber hinaus soll auch sein Umgang mit verschiedenen Diktatoren, Militärbewegungen, Oppositionellen und Gegnern nicht immer friedfertig gewesen sein.

Seine politischen und sozialen Ziele

Jeder Staatsmann verfolgt in seinem Leben gewisse politische Ziele, die ihn möglichst voranbringen sollten. Hugo Chavez sah es als sein politisches Ziel an, Südamerika zu vereinen. Notfalls müsste dazu auch das Militär eingreifen. Um seine Ziele besser verfolgen zu können und Venezuela zu einer Revolution zu verhelfen, gründete er bereits vor seinem Amt als Präsident die Untergrundorganisation Movimiento Bolivariano Revolucionario 200. Diese hatte es sich zur Aufgabe gemacht sozialistische und marxistische Ideen miteinander zu vereinen, um Venezuela in den Sozialismus des 21. Jahrhunderts zu befördern.

Um dieses Ziel im Laufe seiner Amtszeit transparent zu machen, erließ Chavez eine neue bolivarische Verfassung und ließ darin einige Eckpunkte fest verankern. Zu den wichtigsten neuen Punkten der neu gewählten Verfassung zählten am Ende die Erweiterung der Präsidentenmacht, die Ersetzung des Zweikammernparlaments durch die Nationalversammlung, eine neue Tagesarbeitszeit von sechs Stunden, die Schaffung der neuen Teilstreitkräfte „Bolivarische Territorialgarde“ und „Volksmiliz“, eine Reform der Eigentumsverhältnisse und die Aufhebung der Beschränkung auf zwei Amtszeiten bei politischen Ämtern.

Sein Erbe an Nicolas Maduro

Das Erbe wird seinem politischen Ziehsohn und Nachfolger Nicolas Maduro schwer auf der Schulter liegen. Dieser übernimmt ein Venezuela, welches politisch polarisiert. So konnte Huga Chavez den Anteil der in Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung von 50,4% im Jahr 1998 auf 28,5% im Jahr 2009 senken. Aber noch wichtiger: Der Anteil der in extremer Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung ist im selben Zeitraum von 20,3% auf 7,2% gesunken. Sein Nachfolger Nicolas Maduro muss nun zeigen, dass er diesen Trend fortsetzen kann und die sozialistische ausgerichtete Wirtschaft in Venezuela weiter ausbaut.

Weitere Informationen zum Thema Hugo Chavez findet man in einer Vielzahl von Literatur. Die Deutsche Nationalbibliothek verschafft hier einen sehr schönen Überblick über die bestehenden Werke.